Stefan Seiler war richtig gut in seinem alten Job im Hotel. 3 Jahre Lehre, dann 3 Jahre als Gastroassistent. Kein Wunder: Was er da zu tun hatte, war genau seins! Mit Menschen arbeiten, Teil eines Teams sein, viel Abwechslung, mal Service, mal Küche, mal Rezeption.
Fast alles, was Stefan an der Arbeit damals mochte, genießt er auch heute noch, nur zu normalen Arbeitszeiten. Beim Blick auf den Gehaltszettel fragte er sich früher jedes Mal: Sollte so viel Arbeit und Engagement nicht mehr wert sein? Heute sagt er sich oft: Wow, das war wieder ein guter Monat.
Mit Lebensmitteln arbeiten, aus einfachen Sachen was Gutes zaubern – Kochen faszinierte Stefan schon in der Schule. Aus seiner geplanten Kochlehre wurde dann doch eine zum Hotel- und Gastgewerbe-Assistenten. „Diese Empfehlung meines Ausbildungsbetriebs war genial. Die Vielfalt war einfach super!“ Er schloss die Lehre mit gutem Erfolg ab, die Berufsschule sogar mit ausgezeichnetem.
Danach arbeitete er in der Küche des 4-Sterne-Hotels, dieses Jahr habe ihm am meisten Spaß gemacht. Dann wechselte er an die Rezeption, „weil man dort dringend jemand gebraucht hat“. Alles in allem seien es 6 sehr gute Jahre in seinem Leben gewesen ...
Du arbeitest, wenn deine Freunde feiern gehen. Wenn alle anderen in Urlaub fahren, hast du Urlaubssperre, es ist ja Hochsaison. Und dass du Vollgas gibst, einen richtig guten Job machst, das spürst du zwar am Lächeln der Gäste, hin und wieder am Schulterklopfen im Team, nur: Am Geld spürst du das nicht.
Jeder Job hat halt seinen Preis, sagt man. Stefan sagte sich im Sommer 2016: So sehr ich diese Arbeit auch liebe – auf Dauer ist mir dieser Preis zu hoch.
Er beschloss, sich nach etwas anderem umzusehen. Vielleicht eine 2. Lehre? Oder irgendwo als Quereinsteiger? Seine breite Ausbildung, seine Erfahrung im Hotel, sein Engagement ... das ist doch was wert!
Blätterte er in einer Zeitung, schenkte er dem Stellenteil jetzt mehr Aufmerksamkeit. Er surfte immer wieder mal durch Jobportale, las sich Aufgaben, Anforderungen und Angebote genauer durch. Gastroerfahrung? War bei Unternehmen außerhalb der Branche eigentlich nie gefragt.
Bis ihm eines Tages beim morgendlichen Kaffee im Kufsteinblick ein Inserat einer Ebbser Spedition auffiel. Tirolia? Kannte er nicht. Aber spannend. Auf der Website las er dann sogar, Gastrobackground sei sehr willkommen. Weil man da vieles schon kann, was man in dem Job braucht.
In einer Spedition arbeiten? Daran hatte Stefan bis dahin noch gar nicht gedacht. Was genau würde man da machen? Wie schaut dort der Alltag aus? Er fragte in seiner Familie, er fragte Bekannte. Von allen hörte er Ähnliches: Du hast viel mit Menschen zu tun, aber der Beruf sei seeeeehr stressig, man stehe unter großem Druck.
„Das hat mich nicht geschreckt. Wie man mit Hektik und Druck gut umgeht, wusste ich ja schon aus dem Hotel.“ Und das, was er auf der Website von Tirolia gelesen hatte, klang auch irgendwie anders ... also bewarb er sich.
Wenige Tage später. Ein Freitag. Backstage-Day. Chef kennenlernen. Supernett. Firmenvorstellung. Interessant. Rundgang durchs Büro. Lässige, lockere Stimmung. So weit, so gut. Was Stefan aber wirklich interessierte, waren die persönlichen Erfahrungen der Leute in der Dispo. „Die Fragen dafür habe ich mir davor gut überlegt.“ 3 Stunden lang wechselte er frei von Schreibtisch zu Schreibtisch und löcherte alle, mit denen er redete.
„Wie sind die Vorgesetzten?“ „Sehr fein.“ „Arbeit am Abend oder Wochenende?“ „Sehr selten.“ „Wie fühlt es sich an, für seine Ergebnisse voll verantwortlich zu sein?“ „Super. Auch am eigenen Konto.“
Danach wusste er, der Job und dieses Team würden ihm sehr taugen. Doch vor etwas hatte er Spuntis ...
Ein misslungenes Schnitzel ist ärgerlich, ein misslungener Transport kann aber ganz schön teuer sein. „Beim LKW-Transport in Europa kann vieles passieren, auf das du keinen Einfluss hast. Du musst also auch für die Fehler anderer geradestehen.“ Diese Gedanken bereiteten Stefan ziemliches Bauchweh.
Als ihm Michael Lukasser am Abend einen Dienstvertrag anbot, erbat sich Stefan deshalb ein paar Tage Bedenkzeit. „Am nächsten Dienstag redete ich mit Herrn Lukasser sehr offen über meine Bedenken und Sorgen. Er verstand mich, war sich aber sicher, zusammen mit meinem Coach und unterstützt vom Team würde ich rasch lernen, auch solche kniffligeren Situationen ganz cool zu managen.“
Im November 2016 startete Stefan bei Tirolia zusammen mit ein paar anderen Neulingen – so wie alle mit der Basisschulung. Bei den allermeisten Themen tat er sich sehr leicht. „Fremde Leute anrufen? Das kostete einige aus meiner Gruppe ziemlich Überwindung. Mich nicht. Ich war das aus dem Hotel ja gewohnt, hatte den notwendigen Schmäh.“ Auch den Umgang mit der Disposoftware lernte er leicht, der Unterschied zu einem Hotelprogramm sei gar nicht so groß.
Sein Bauchweh-Thema? Das kam gut drei Monate später in der Praxis ...
Über 2.000 € Zusatzkosten! Sh..! Jetzt war es passiert. Er hatte es verbockt: Auftrag angenommen, doch in der knappen Zeit keinen Transportpartner dafür gefunden. Stefan war fix und fertig. Das gibt sicher einen riesigen Anschiss. Er meldet die Sache am Abend seinen Vorgesetzten. „In jener Nacht habe ich wenig geschlafen.“
„Lucie war damals meine Sponsorin“, erinnert sich Stefan, „und meine Sorgen waren umsonst.“ Statt Standpauke gab es ein aufmerksames und freundliches Gespräch: „Mit guten Fragen analysierte sie mit mir, was da genau passiert ist und wie ich so eine Situation besser meistern kann – in dem Fall: Den Kunden früher informieren.“
Die wichtigste Lektion für Stefan war aber: Fehler sind bei Tirolia eine echte Lernchance und kein Problem ...
Einen anderen, nicht unwesentlichen Unterschied zu seinem alten Job erlebt Stefan im Umgang mit Kunden. „Selten, aber doch habe ich unfreundliche, pöbelnde Hotelgäste erlebt, die hätte ich am liebsten rausgeworfen. Was als einfacher Mitarbeiter natürlich nicht geht.“
Sehr wohl aber in der Dispo bei Tirolia. Das mit dem sehr selbständig Arbeiten geht hier nämlich sehr weit. „Ob Kunden oder Partner, kommt mir jemand blöd, entscheide ich frei, wie ich damit umgehe. Und wenn ich die Zusammenarbeit mit dieser Person beenden möchte, könnte ich das tun.“
... sagt Stefan, wenn man ihn heute fragt, wie gerne er zur Arbeit geht. Er genießt die Arbeit mit Menschen, die Vielfalt der Aufgaben, seine Eigenständigkeit und die vielen Erfolgserlebnisse, die er dabei erfährt. Er fühlt sich in seinem Team superwohl und schätzt das feine Miteinander mit den Führungskräften.
Und wenn er am Abend nach Hause geht, fast immer so um halb sechs, weiß er, damals vor 6 Jahren hat er die richtige Entscheidung getroffen.
Seine Leidenschaft fürs Kochen hat sich Stefan bewahrt. Als er vor ein paar Wochen in sein eigenes Haus einzog, zauberte er für seine Freunde und seine Familie köstliche Ripperl und auf den Punkt gebratene T-Bone-Steaks ...
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