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Leistung, Lohn und große Liebe

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War er wirklich so wenig wert, dachte sich Florian? Fünf Wochen Praktikum in einer Anwaltskanzlei, ohne einen Cent zu verdienen? Nein!

Das Jus-Studium in Graz taugte ihm ja, aber nicht die Aussicht, sich mit bescheidenen Gehältern „hochzuarbeiten“, nur um dann mit 40 eventuell gut zu verdienen. Tatsächlich hatte er schon mal sehr gut verdient, vor dem Studium, bei Tirolia in Ebbs. Also zurück? Für ihn war das eine Option. Für seine große Liebe, die er in Graz kennengelernt hatte, allerdings nicht …
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Zu Tirolia war Florian 2004 direkt nach der Schule gekommen. Weil sich's dort offener und freundlicher angefühlt habe als bei den anderen Speditionen.

Sein Verkaufstalent hatte er bei einem Ferienjob fürs Deutsche Rote Kreuz entdeckt, Mitgliederwerbung an der Haustüre. An 30-40 Türen klingelte er pro Tag. 30-40 Abschlüsse erzielte er pro Woche.
Und so entwickelte sich Florian in Ebbs rasch zu einem erfolgreichen Transportmanager. Doch wozu hatte er eine Matura gemacht?
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Jus, das würde ihn reizen. Also übersiedelte er 2009 mit Mitte 20 nach Graz und vertiefte sich in die Rechtswissenschaft. Das Studium und die Stadt taugten ihm. Ganz besonders, als er sich dort in seine heutige Frau verliebte.

In den Ferien arbeitete er aber weiterhin für Tirolia. Weil es Spaß machte und gutes Geld brachte. Sein Weg schien klar … 
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Nachdenklich wurde Florian 2013, als sich gegen Ende des ersten Studienabschnitts die Gespräche unter Kommilitonen immer öfter um die anstehenden Praktika drehten.

Man müsse nämlich froh sein, hieß es, wenn man überhaupt einen Platz in einer guten Kanzlei bekomme. Geld verdiene man da natüüürlich keines. Logisch. Und auch mit sonstiger Anerkennung seien juristische Arbeitgeber eher knausrig.
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Für Florian war das alles andere als logisch. Da bist du bald 30, weißt von deinem ersten Job genau, was gute Arbeit wert sein kann. Und jetzt … soll er arbeiten ohne einen Cent Lohn? Und sich nach dem Studium viele Jahre „hochbuckeln“? Je länger er darüber nachdachte, desto lauter erklang in ihm das „Nein!“. Am liebsten würde er zurück ins alte Team nach Ebbs. Doch so einfach war das nicht … denn die Liebe war und ist Florian wichtiger als sein Job.
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Sein Dilemma: Seine Freundin, zuhause im wunderschönen Traunviertel in Oberösterreich, konnte sich damals nicht vorstellen, nach Tirol zu übersiedeln.

Doch als Florian das ganz offen mit Tirolia Geschäftsführer Michael Lukasser besprach, fanden die beiden rasch eine gute Homeworking-Lösung: Florian würde einfach zwischen Homeoffice und dem Büro in Ebbs pendeln. Ein, zwei Wochen hier, ein, zwei Wochen dort. Kann es so einfach gehen? Ja!
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Unter diesen Voraussetzungen übernahm Florian 2013 wieder das Steuern einer Verkehrslinie. Manchmal im eigens eingerichteten Heimbüro im Haus seiner Freundin, manchmal auf seinem Platz in Ebbs.

Weder für seine Kunden noch seine Partner macht Florians Standort einen Unterschied, dank der erstklassigen technischen Ausstattung und Organisation des Unternehmens. Und ob man sich mit den anderen im Team auf Zuruf abstimmt oder einfach kurz zum Hörer greift, spielt auch keine große Rolle. Nur auf den kurzen Plausch in der Kaffee-Ecke muss Florian im Homeoffice verzichten … aber dafür hat man eh selten Zeit. 
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Hier erklärt Florian, wie das mit dem Homeworking läuft …  

Inzwischen ist Florian verheiratet und Vater geworden. Seine Tochter ist 4, seine beiden Zwillingsbuben 1 1/2. Wegen der Kinder arbeitet er nun längere Phasen von zuhause aus. Und genießt es noch mehr, dass er in seinem Job fast immer sehr pünktlich aufhören kann. Um 17:30 ist Schluss, manchmal ein paar Minuten später. Und dann gehört er ganz seiner Familie. 

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Mit einigen Studienkollegen aus seiner Grazer Zeit pflegt er nach wie vor Kontakt. Ein paar haben Karriere gemacht, verdienen etwa auf seinem Niveau. Wenn die dann erzählen, dass sie im Schnitt 60 oder 70 Stunden pro Woche dafür arbeiten, weiß Florian, dass seine Entscheidung 2013 eine gute war. 
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