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Lass dich nicht runterziehen ...

... sagt einer, der es selbst erlebt hat.

Dienstag, kurz vor Mittag: „Michael, was mache ich falsch?“ Das klingt ziemlich verzweifelt. Sophie ist bei der Tirolia im 2. Lehrjahr. Michael Klausner ist ihr Ausbildner. Mit viel Energie hat sie am Morgen mit ihrem Ziel begonnen: Ladungen für den Benelux-Rundkurs am Donnerstag zu finden. 27 Kunden hat sie schon angerufen, 27‑mal freundlich nachgefragt und argumentiert – und 27‑mal ein „Leider nein“ gehört.

„Du machst nichts falsch!“, beruhigt Michael. „Du stellst dich sogar sehr geschickt an. Aber es gibt einfach Tage, an denen etwas nicht geht. Lass dich davon nicht runterziehen. Setz deine Energie lieber für etwas anderes ein.“

Michael weiß, wovon er spricht. Denn vor ein paar Jahren war er vor lauter Selbstzweifel selbst kurz davor, alles hinzuschmeißen.

Nach Matura und Zivi

Plan? Keinen. Ziel? Geld verdienen!



Heute wirkt Michael ruhig, gelassen und selbstbewusst.

Doch nach Matura und Zivildienst war das ganz anders. Wie so viele hatte er keinen Plan – eine große Klappe, aber wenig Selbstvertrauen.

Also: Beruf? Hauptsache Geld verdienen.

Er startet einen Probemonat im Schichtbetrieb eines Industriebetriebs – nicht seins, zu eintönig. Und ihm wurde klar: Er will normale Arbeitszeiten. Also kein Gastrojob wie bei seinen Eltern. So landet er im Sekretariat eines Rechtsanwalts. Das war … ganz okay.

In dieser Zeit lernte seine Freundin kennen. Er kauft stolz sein erstes Auto, einen C3 mit 200.000 Kilometern um 1.500 €. 

Die bald folgenden Reparaturen reißen Löcher in Michaels Budget: Netto unter 1.000 € verdienen, das ist schon seeeehr mager. 

„So richtig weh tat es, als mir Ende November ein guter Schulfreund von seinem ersten Weihnachtsgeld bei der Tirolia erzählt hat.“ 

Was ein Tag hinter den Kulissen verändern kann

LKW-Spedition? Never!

Doch was Michaels Freund über die Tirolia erzählte, klang anders: besser, interessanter. Ein paar Wochen (und Werkstattrechnungen) später bewarb sich Michael zum Backstage-Day: „Ganz normale Mitarbeiter im ganz normalen Dispoalltag kennenzulernen, sie mit meinen Fragen löchern können. Da würde ich schon spüren, wie gut mir das taugt.“

Schon nach den ersten Stationen machte sich in Michael ein gutes Gefühl breit: Das passt! Eigenverantwortung, abwechslungsreiche Aufgaben, lässige Leute und Chefs, die dir den Rücken stärken ... und die Chance, auf ein sehr gutes Gehalt. 

Unerwartetes Feedback

Bist du dir sicher?

Am Ende des Backstage‑Days holten ihn Geschäftsführer Michael Lukasser und Prokurist Klaus Furlato zum Gespräch. Michael hatte ein gutes Gefühl – und wurde überrascht.

„Vielleicht schläfst du noch einmal drüber, ob du das wirklich willst. Wir haben Zweifel, dass die Sales‑Dispo das Richtige für dich ist.“ Er war baff. Das traf – und löste gleichzeitig etwas aus: Ehrgeiz.

Am nächsten Morgen rief er sofort an.„Ich möchte euch zeigen, dass ich es kann.“ Die Antwort: „Also gut … du hast deine Chance.“

Angst, sich zu blamieren? Unbegründet!

Am 1. Oktober 2017 gings los. Wie alle begann Michael im Zentraleingang. Hier lernst du die grundlegenden Abläufe der Komplettladungs-Dispo kennen.

Ein mulmiges Gefühl bereitete ihm das Großraumbüro: „Hier hören ja alle mit, wenn ich mich am Telefon ungeschickt anstellst. Die lachen mich sicher aus …“

Schon nach wenigen Tagen wusste er, wie unbegründet das war. Hier lacht dich niemand aus. Im Gegenteil: du bekommst von allen Hilfe angeboten. Du wirst auch nie ins kalte Wasser geworfen. Jede neue Aufgabe lernst du zuerst in der Schulung, dann übst du sie in der Praxis, deinen Coach an der Seite.

Dieser Mix aus Theorie und Praxis war für Michael perfekt – und er blühte richtig auf. „Damals habe ich zum ersten Mal erlebt, wie ein Arbeitstag einfach so im Flug vergeht.“

Endlich: Die eigene Relation

Im April 2018 war es so weit. Michael schloss seine Schulungen ab und übernahm – nervös, aber voller Vorfreude – seine erste eigene Relation: DE/AT/IT nach Benelux. Kurz davor hatte sein alter C3 endgültig den Geist aufgegeben. Sein Vater streckte ihm das Geld für ein neues Auto vor. Michael wusste: Wenn ich mich reinklemme, zahle ich das schnell zurück.

Und er klemmte sich rein. Für die von ihm verantworteten Gebiete fand er Schritt für Schritt neue Kunden und Partner. Er betreute die Aufträge zuverlässig und freundlich.

Natürlich gab es bessere und schlechtere Wochen. Das gehört dazu. Aber insgesamt stiegen seine Ergebnisse stetig und damit seine Erfolgsbeteiligung. Schon nach wenigen Monaten zahlte er seinem Vater stolz das Geld fürs Auto zurück.

Corona? Boom!

Durch die Decke schossen seine Ergebnisse im Frühjahr 2020, als Corona das Leben weltweit ausbremste. „Meine damalige Relation hatte immer Ladungen – und die waren bei unseren Partnern heiß begehrt.“

Michael freute sich über die beachtlichen Beträge, die plötzlich auf sein Konto sprudelten. Er freute sich über den Neuwagen, den er sich endlich leisten konnte. Und er freute sich auf Leonie, die er ab Sommer als Lehrling betreuen würde.

Doch dann kam der Herbst. 

Harte Landung

Ab September kippte der Markt in Michaels Relation komplett: wenig Ladungen, viele LKW. Die Margen rutschten in den Keller. „Du gibst Vollgas, organisierst bis Freitag 40 oder 50 Ladungen – und unterm Strich schreibst du nur ein paar Hundert Euro Ertrag. Ein kleiner Fehler, und du hast ein Minus.“

Woche um Woche die gleiche Geschichte. Das nagte an Michaels Selbstvertrauen. Vor allem, wenn er sah, wie erfolgreich das benachbarte England‑Team den Brexit managte.

So frustrierend das Geschäft war, so viel Freude machte ihm die Ausbildung von Leonie.„Ihr Wissenshunger, ihre Fragen – das hat mir damals richtig gutgetan.“

Alles ausgesprochen ...

... und aufgefangen.

Einmal im Monat führt jeder bei Tirolia ein Feedback-Gespräch mit seinem direkten Vorgesetzten. Ende Oktober war Michael dran. „Da habe ich mich so richtig ausgekotzt“, erinnert er sich.

Wie es sich anfühlt, wenn Kollegen, die erst wenige Jahre da sind, mit ihren Ergebnissen an ihm vorbeiziehen. Ob er wirklich der richtige Ausbildner für Leonie ist. Und dass das alles wohl ein Ablaufdatum hat ... 

Drei Stunden lang hörte Tom Kofler zu, fragte nach und notierte sich Punkt für Punkt. Er führte das Gespräch in Vertretung von Klaus Furlato, Michaels eigentlichem Sponsor, der im Urlaub war.

Ein paar Tage später war Klaus zurück im Büro und bat Michael sofort zu sich.Die Botschaft, die er zu hören bekam, überraschte ihn: „Du bist ein guter Mitarbeiter und ein sehr guter Ausbildner. Aber: Du bist noch zu sehr Gewohnheitstier und manchmal einfach zu nett. Wenn du bereit bist, ein paar Dinge neu zu lernen, bin ich mir sicher: Du kriegst das hin...“

Über den Schatten springen

Kleiner Einschub: Das Coole an einem Job mit so umfassender Verantwortung ist: In jeder Situation hast du viele Wege, die dich weiterbringen. Sie zu erkennen, ist das eine . Sie auch zu gehen, das andere. Das braucht Weitblick und Mut – manche nennen das „Unternehmerspirit“.

In den folgenden Wochen sah man Klaus oft neben Michael sitzen, vertieft in intensive Gespräche. Mal klang es nach hitziger Diskussion, dann wieder so, als ob die beiden richtig Spaß hätten.

Eins nach dem anderen probierte Michael mutigere Wege aus – Anfangs skeptisch. Woche für Woche besprach er seine Erfahrungen mit Klaus. Schritt für Schritt verbesserten sich die Ergebnisse seiner Relation.

Irgendwann im März gestand sich Michael ein: Es funktioniert. Ich kann es!

Und Leonie?

Leonie lernte an Michaels persönlicher Entwicklung mit. Jedes Thema, jede Erkenntnis aus den Gesprächen mit Klaus teilte er selbstverständlich mit ihr. „Für uns beide war das ein zusätzlicher Lernboost. Wir haben uns gegenseitig angefeuert und unsere Relation gemeinsam auf Vordermann gebracht.“

Auf Leonies Entwicklung ist Michael heute noch stolz: „Schon mit 16, im 2. Lehrjahr, hat sie unsere Relation eine Woche ganz alleine geschupft.“ Heute managt Leonie als versierte Salesdisponenten ihre eigene Relation.

Erfahrung weitergeben

Seit 2022 ist Michael selbst Sponsor und begleitet weniger erfahrene Mitarbeiter dabei, ihre Relationen mit Weitblick und Mut zu entwickeln – ob mit Rücken- oder Gegenwind des Marktes.

Neuen Mitarbeitern hilft er als Coach, in den ersten Monaten gut ins eigenständige Arbeiten als Sales‑Disponent zu starten. Er ließ sich zum zertifizierten Lehrlingsausbilder schulen und führt vier Nachwuchsspediteure in die verschiedenen Facetten des Jobs ein.

Mit seiner großen Erfahrung in der Salesdispo unterstützt er zudem die IT bei der laufenden Weiterentwicklung der Tirolia-Speditions-Software. 2024 erhielt er die Handlungsvollmacht der Firma. 

Und seine Relation? Mal gibts Phasen mit Superergebnissen, mal Phasen, die nicht so berauschen. So ist das Geschäft. Aber unterm Strich ist Michael mit seinem Business sehr zufrieden. Und sehr stolz, wenn er auf seinen Weg zurückblickt.

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